Herzkreuz

Dirk Vogelmann

Die Lehre der neuen Zeit

Bedingungslose Liebe

Heilersymbol

 

Ich wurde am 24.08.1962 um Punkt (meine Mutter besteht darauf) 6.00 Uhr morgens (was ich allerdings jetzt, am 16.06.2007 revidieren muss. Vor ein paar Wochen viel mir bei einem Besuch bei meiner Mutter unser Familienstammbuch in die Hände, und darin steht als Geburtszeitpunkt 17.45 Uhr von den Ärzten des Krankenhauses eingetragen. Aber gut, mir ist es eh´wurscht) im Zeichen der Jungfrau in Mülheim a. d. Ruhr geboren. Meine Eltern waren schlichte Menschen mit ebensolchen schlichten Gemütern. Meine Mutter hatte eine Ausbildung als Schmuckwarenverkäuferin abgebrochen, um dann Hausfrau und Mutter zu werden. Sie hat sich vermutlich nie viel Gedanken um Ihre Zukunft hinsichtlich einer Karriere oder dergleichen gemacht, was ja auch zu dieser Zeit nicht üblich war. Sie war einfach nur lieb, und das ist sie bis heute geblieben. Mein Vater war da ein bißchen anders. Er hatte schon recht früh in seinem Leben die Vorstellung, dem Kleinbürgertum zu entkommen, damit es ihm irgendwann besser geht als der breiten Masse. Dabei hatte er allerdings keine sonderlich hochfahrenden Pläne. Es war so etwas in ihm wie "Ich werde es allen schon noch zeigen". Na ja, und in gewisser Weise ist ihm das auch gelungen. Ich erinnere mich noch recht lebhaft an eine Aussage von ihm, die lautete, "Du mußt gar nicht mal den DICKEN WILLI machen können, aber den WILLI, den sollte man schon machen können." Ja, und das ist ihm in seinem Leben auch immer irgendwie gelungen, nämlich den WILLI zu machen. Und ganz nebenbei, den WILLI, den macht er heute noch gern.

Meine Kindheit, soweit ich mich erinnern kann, verbrachte ich häufig bei meinen Großeltern. Sie wohnten (obwohl mitten im Ruhrgebiet) in einer Art ländlichen Idylle, wo es große Gärten mit Obstbäumen und Blumen gab, Felder und Wiesen, und selbst Bauernhöfe waren Mitte bis Ende der 60er dort noch zu finden. Ich lebte unbekümmert und wohlbehütet, hatte damals einen besten Freund - Martin - und wir spielten viel draußen an der frischen Luft die Spiele, die Kinder in dem Alter halt spielten. Wir bauten Baumhäuser und verborgene Höhlen und waren Abenteurer und sowieso immer irgendwie die Größten, und oft waren wir Indianer mit Pfeil und Bogen. Später waren wir dann gerne öfter mal die Helden aus unseren Comics wie Batman und Superman, und manchmal sind wir sogar dann auch auf Erkundungsreisen in fremde Länder gegangen, d. h. wir haben uns tatsächlich MEHR als einen Kilometer von unserem Wohnhaus entfernt. Wir waren Lümmel, Strolche und verwegene Burschen.

Meine damaligen schulischen Leistungen waren allerdings auch verwegen. Ich fand das alles stinklangweilig und war genau genommen das, was man einen faulen Hund nennt. Ich hab´s grad immer eben geschafft, so halbwegs mitzukommen, wobei ich nie über den schlechten Durchschnitt hinaus gekommen bin. Also schloß ich die Hauptschule nach der 9.ten Klasse ab, was damals noch möglich war. Ich begann eine Lehre als Karosseriebauer bei einer alteingesessenen Firma in Mülheim/Ruhr. Das war nun schon ein bißchen interessanter als Schule. Jedoch setzten sich die Verhaltensweisen aus der Schule in ähnlicher Weise fort. Nur mit dem Unterschied, daß es dort einen Meister gab, der mir, wie man im Ruhrgebiet sagt, "mächtig Feuer unterm Hintern" gemacht hat. Das war die pure Hölle. Ich habe den Typen damals gehasst. (Ich fand im Zuge meiner energetischen Reinigung heraus, daß uns viele karmische Hintergründe verbanden, die ich jedoch alle mit Hilfe des LIEBENDEN GOTTES habe erlösen konnte. Und so bin ich heute dankbar dafür, diesem Menschen begegnet zu sein, und empfinde nur noch REINE LIEBE für ihn). Kurz vor Ablauf des ersten Lehrjahres wurde ich dort Aufgrund meiner "überragenden Leistungen" gefeuert, was ich damals als große Befreiung empfand. Denn ich war nach wie vor eine Trantüte und lebte so unbewußt, daß ich mir keinerlei Gedanken um eine eventuelle Zukunft machte.

Mein Vater allerdings schon. Meine Eltern waren inzwischen seit 6 Jahren geschieden und mein Vater zog kurz nach der Trennung aus beruflichen Gründen nach Hannover, und war dort mittlerweile selbständig. Ich wurde also dann auch nach Hannover gezogen und durch die Beziehungen, die mein Vater da hatte, bei einer benachbarten Karosseriebaufirma untergebracht, und konnte dort gleich im 2.ten Lehrjahr meine Ausbildung fortsetzen. Zu dieser Zeit begannen sich die Dinge in meinem Leben zu verändern. Meine Arbeit machte mir auf einmal Freude. Selbst meine Leistungen in der Berufschule waren, wenn nicht sehr gut, so doch zumindest, fast sehr gut. Ich lernte in dieser Ausbildung gerne und vor allem viele handwerkliche Fähigkeiten, die mich mein Leben lang begleitet haben. Und so beendete ich erfolgreich meine Ausbildung zum Karosseriebauer, und arbeitete noch gut anderthalb Jahre mit Freude in dieser Firma. Rückblickend weiß ich heute, was mir soviel Freude an dieser Arbeit gemacht hatte. Und zwar ist ja kein Unfallschaden wie der andere, und daher war es immer notwendig, flexibel zu sein und problemorientierte Lösungen zu finden. Das war etwas, was mich (heraus)forderte und förderte, weil es den wachen Verstand anspornt.

Von Juli 1982 bis September 1983 absolvierte ich meine Bundeswehrzeit, über die es nicht sonderlich viel erwähnenenswertes gibt. Mein damaliger Chef und Lehrmeister, Hermann Stolle, den ich auch heute noch sehr verehre, weil ich durch ihn einige wesentliche Dinge gelernt habe, sagte mir einmal: "Ein Mann muß einmal in seinem Leben Soldat gewesen sein." Na gut, wenn´s der Chef dann sagt. Irgendwie hab ich mich als Soldat aber nie richtig wohl gefühlt. Andererseits war ich damals noch unbewußt genug, mir da keine weiteren großen Gedanken drüber zu machen. Sind halt eben alle zur Bundeswehr gegangen, ging ich halt eben auch hin.

Nach der Bundeswehrzeit trieb es mich wieder zurück ins Ruhrgebiet. Ich wohnte für ca. 1 Jahr bei meiner sehr lieben Patentante Ingeborg, bis ich dann in Bochum meine erste eigene Wohnung fand. Mein Vater war inzwischen ebenfalls wieder ins Ruhrgebiet zurückgekehrt und hatte sich hier erneut selbständig gemacht. Und als braver Sohn trat ich, wie es so schön heißt, kurze Zeit später, ins väterliche Unternehmen ein. Um es mal mit klaren Worten auszudrücken, viel Arbeit für recht beschi..... Lohn, Prügelknabe für unzufriedene Kunden, Druck von unten durch Mitarbeiter, Druck von oben durch meinen Vater, verantwortlich für alles, was schiefgeht, verantwortlich dafür, daß nichts schiefgeht, usw.usw. Es war eine Zeit, die von enormen körperlichen und seelischen Belastungen gekennzeichnet war, eine Zeit voller Unwahrheiten, bewussten Lügens zum eigenen Vorteil, des Ausnutzens und ausgenutzt werden. In dieser Zeit war ich auch recht krankheitsanfällig. Ich hatte häufig Nasennebenhöhlen - und Stirnhöhlenvereiterungen und schluckte brav viel Antibiotika, weil ich ja nicht krank sein durfte, sondern für die Firma zu funktionieren hatte. Und immer sagte mir mein Vater, "stell dich nicht so mädchenhaft an, da musst du jetzt durch, du tust das ja alles nur für dich, denn irgendwann ist das ja alles deins". Und in meiner Unbewußtheit sagte ich immer brav: "Ja, Papa..."

Aber es soll nicht der Eindruck enstehen, daß alles nur schlecht in dieser Zeit war. Ich habe viel gelernt und viel Wissen sammeln können. Allerdings vorwiegend technische Zusammenhänge, die für meine damalige Arbeit notwendig waren. Und dadurch entwickelte sich auch etwas in mir, das ich als analytischen Verstand bezeichnen möchte. Die beruflichen Anforderungen, denen ich mich damals gestellt sah, erzwangen immer und immer wieder aufs neue technische Lösungen, um bestimmte Arbeiten profitabel durchführen zu können. Und mehr als einmal ist es mir gelungen, Werkzeuge und Apparate zu konstruieren und zu bauen, von denen renommierte Maschinenbauingenieure (also die "studierten Leute", wie mein Vater sie immer gerne nannte) mir im vorhinein glaubhaft versicherten, daß das, was ich da vorhabe, technisch völlig unmöglich sei. Eigentümlicherweise haben dieselben "studierten Leute" dieselben Geräte 8 - 10 Jahre später dann auf den Markt gebracht. Dann allerdings als den Stand des technisch eben noch realisierbaren.

Mit 26 Jahren heiratete ich dann meine liebe Freundin Margret, weil ich fand, mit 26 ist man dann in einem heiratsfähigen Alter. Wir hatten damals etwas über 2 Jahre zusammengelebt, hatten in dieser Zeit auch verschiedene Höhen und Tiefen des Zusammenlebens durchgemacht, und ich war der Meinung, das wird dann schon irgendwie so gehen, irgendwie geht es ja immer. Ging dann auch immer irgendwie, ganze 2 mühevolle Jahre lang. Wir haben uns dann getrennt und ein halbes Jahr später waren wir glücklich geschieden.

Und noch etwas sehr wesentliches passierte mir in dem Jahr 1988, als ich 26 war. Ich las mein allererstes esoterisches Buch. Wir (Margret und ich) hatten damals Pferde, und an dem Stall, wo die Tiere untergebracht waren, gab es eine Frau mit Namen Dagmar. Für Dagmar empfand ich eine seltsame Sympathie, die ich mir mit meinem analytischen Verstand damals nicht so richtig erklären konnte. Wir unterhielten uns, wenn wir uns begegneten, ein übers andere Mal so über dies und jenes, - denn Dagmar war ein sehr angenehmer Gesprächspartner, was auch durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte - und irgendwann sprach Dagmar dann mal das Thema Reinkarnation an. Da hatte ich bisher nur mal vereinzelt und auch nur ganz am Rande etwas von gehört, hatte mich aber nie ernsthaft mit sowas auseinandergesetzt. Und ganz ehrlich, eigentlich hielt ich es damals für Quatsch. Ich lebte bis dahin in der einfachen Vorstellung, daß mit dem Tode alles vorbei ist. Andererseits sprach Dagmar mit einer solch gelassenen Überzeugung von diesen Dingen, die dann aber doch meine Neugier weckte. Neugierig und wissbegierig, oder vielleicht besser, offen für etwas Neues und für Dinge, die sich außerhalb meines Wissens befanden, war ich ab einem gewissen Alter immer irgendwie. Und so lieh sie mir liebenswerterweise eines ihrer Bücher, mit dem Titel - Schicksal als Chance - von Thorwald Dethleffsen und Rüdiger Dahlke. Für mich war dieses Buch zur damaligen Zeit genau das Richtige. Es vermittelt in sachlicher und gut nachvollziehbarer Weise die Grundlagen der Esoterik, lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers mal in die eine, mal in die andere esoterische Richtung, kehrt jedoch immer wieder mit einer gewissen Nachdringlichkeit zum Wichtigsten zurück, nämlich, sich darüber im Klaren zu sein, daß man bei aller Beschäftigung mit diesen Dingen die Bodenhaftung nicht verlieren darf. Ich halte dieses Buch auch heute noch für gut und wertvoll. Und das nicht nur für Leute, die sich ganz neu mit dem Themenbereich Esoterik befassen möchten. Sondern durchaus auch für diejenigen, die von sich glauben, spirituell schon recht weit fortgeschritten zu sein.

Ich las dieses Buch nun gleich mehrere Male hintereinander, weil ich die Inhalte mit einem Mal lesen gar nicht fassen konnte. Noch nie hatte ich so viele "Aha - Erlebnisse" wie in dieser Zeit. Nun hatte ich ja im Laufe der Jahre eine Entwicklung genommen, die mich befähigte, den Dingen auf den Grund zu gehen, (zumindest auf technischer Ebene), sie zu analysieren, sie auseinander zu nehmen, zu verbessern, wieder zusammenbauen, so, daß sie hinterher besser funktionieren als vorher. Daß ich damit eigentlich schon nach dem Alchimistischen Prinzip des "Solve et Coagula" arbeitete, war mir natürlich nicht bewußt. Durch dieses Buch jedoch hatte ich nun was gefunden, das mir die Zusammenhänge des Menschseins erklärte. Ich war einigermaßen fasziniert von all dem, was ich da gefunden hatte. Gleichzeitig hatte ich ein Gefühl, daß sich allmählich eine riesengroße Lücke in mir zu füllen beginnt. In der darauf folgenden Zeit habe ich dann noch einige andere Bücher gefunden, die ebenfalls in die gleiche Richtung gingen. Einige recht gute und andere weniger Gute. Mein Leben begann aber, durch die Beschäftigung mit diesen esoterischen Inhalten, zunehmend eine andere Qualität zu gewinnen. Ich fing an, Menschen mit anderen Augen zu betrachten, und vor allem fing ich an, mich selbst mit anderen Augen zu sehen und mir Fragen zu stellen, die ich mir bisher noch nie gestellt hatte. Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Lebens, warum ich hier bin, warum alles so ist, wie es ist, ob es sowas wie einen Gott oder Engel gibt, und wenn es einen Gott gibt, warum gibt es dann soviel Elend und Not auf dieser Welt, ob dieser Gott da oben nicht vielleicht irgendwas verkehrt gemacht hat, oder vielleicht hat er ja den Überblick verloren, bei 6 Milliarden Menschen wäre das ja durchaus zu verstehen usw. usw. (letzteres ist mehr scherzhaft gemeint, und ein gelegentliches Schmunzeln kostet in diesem Fall nichts extra).

 

 

Über mich (Fortsetzung), Hihihi,

Nach nun gut etwas über einem Jahr setzte ich dieses Kapitel jetzt fort. ENDLICH. Allerdings mit einem kleinen Sprung in der Zeit (was bedeutet schon Zeit?), mehr dorthin zu der Zeit, als ich so um 40 Jahre alt war. Eben weil in dieser Zeit die wahrhaft gewaltigen Umwälzungen in meinem Leben begonnen haben. Die 10 Jahre dazwischen von meiner Scheidung an will ich daher einigermaßen kurz zusammen fassen. Denn auch in dieser Zeit gab es verschiedene Dinge, die sehr wichtig waren.

1991 wurde ich geschieden.
1993 begann ich, neben der Geschäftsführertätigkeit im Betrieb meines Vaters, eine selbständige Nebentätigkeit in Form eines Handelsgeschäftes aufzubauen.
1994 erwuchs sich aus dem Handelsgeschäft eine Werkzeugproduktion, was dazu führte, dass ich Ende 1994 (zu meinem eigenen Erstaunen) ohne große Reibereien aus dem Unternehmen meines Vaters ausschied. Mein neues, eigenes Unternehmen wuchs recht rasch. In kurzer Zeit hatte ich für meine Produkte bundesweit Handelsvertreter, die den Großhandel betreuten und belieferten. Im darauffolgenden Jahr hatte ich auch Importeure für die Schweiz und Österreich. Es war mir gelungen, aus einer wenig Erfolg versprechenden Werkzeugidee, durch meine mir gegebenen Fähigkeiten des Analysieren und Verbesserns, ein Werkzeug herzustellen, das bedenkenlos von jedermann verwendet werden konnte, eine absolute Novität in dem Bereich darstellte und eine echte Problemlösung war. Ich meldete auch einen Gebrauchsmusterschutz darauf an, an dem sich sogar international tätige Unternehmen wie Bosch und FLEX die Zähne ausgebissen haben. Doch das sei nur am Rande bemerkt. Alles in allem lief die ganze Sache wirklich gut. Ich habe mich richtig schön in die Tretmühle des Wachsens und vor allem „mehr Wachsen müssen“ hinein begeben, ohne dass ich es damals merkte. Aber rückblickend tun das ja fast alle, die sich mit irgendwas selbständig machen. Was für mich damals auch wichtig war, war die Tatsache, dass ich mutig war und etwas gewagt hatte, was sonst nur wenige tun, und dass mein Wagemut belohnt worden war. Eines jedoch war immer irgendwie komisch bei all dem. Mein Geschäft wuchs zwar und wuchs auch weiter, und ich machte gute Umsätze und nahm viel Geld ein, allerdings ist es mir in dieser Zeit und auch in den Jahren danach nie gelungen, mal Geld zu sparen oder sonst wie auf die Seite zu schaffen. Ich hatte wohl zum Leben genug (auch mehr als genug), hatte aber immer irgendwie das Empfinden von Mangel und nie das Empfinden von Überfluss. Was ich jedoch auch erst rückblickend ERKENNEN kann, denn wenn man in der Situation drinsteckt, ist der Mensch gerne geneigt, sich alle Sachverhalte schön zu reden. Man lebt in so einer Zeit wirklich die Rolle eines DARSTELLERS. Man stellt sich und seine Produkte bei seinen Kunden, Händlern und Handelsvertretern dar. Man stellt seine Geschäftsergebnisse bei den Banken dar. Man stellt seine finanzielle Situation bei dem Finanzamt dar. Selbst in seinem Freundes – und Bekanntenkreis stellt man sich dar, als derjenige der das und das macht. Man ist, im Prinzip, ein reiner Darsteller. Aber das tröstliche ist, man merkt es selber nicht, weil man ja von lauter anderen Darstellern umgeben ist, die einem obendrein auch noch bestätigen, dass das nun mal so ist im Leben. Das Bewusstsein, dass wenn man etwas DARSTELLT, man ja gar nicht sich SELBST sein kann, hatte ich zur damaligen Zeit nicht, bzw. hatte ich dieses Bewusstsein schön weit von mir weggeschoben. Im Moment gab´ s wichtigere Dinge, um die ich mich zu kümmern hatte.

1996 lernte ich meine liebe Freundin Sabine kennen, und an Weihnachten 1997 wurde unsere wunderbare Tochter Kim geboren. In dieser Zeit und in den 3 darauffolgenden Jahren habe ich bestimmt so alle Klischees bedient, die in dieses Szenario reinpassen. Ich will diese Klischees jetzt hier nicht im Einzelnen ausschmücken. Ich mag auch heute noch nicht sonderlich gerne diese Bewertungen …Männer sind halt so und so… und …Frauen sind halt so und so…, ja, ich war halt auch so und so, und darum erlaube ich mir auch die FREIHEIT, hier darauf zu verzichten. Jeder weiß bestimmt oder kann sich denken, was gemeint ist.

Alles in allem waren die Jahre von 1998 bis 2001 nicht sonderlich ereignisreich. Ich hatte meine Firma (Tretmühle) und abends mein zuhause, Sabine hatte ihr Kind, und wenn es nicht anders gekommen wäre, wären wir wahrscheinlich weiterhin zusammen immer mehr verblödet und verödet. Tatsache war aber, dass ich schön brav in meinem Hamsterrad gelaufen bin, und ohne dass ich wirklich bewusst merkte, immer müder wurde.

Aber es sollte ja anders kommen. Der vielzitierte 11.09.2001 war auch in meinem Fall der Auslöser für einen Wendepunkt. Nach dem 11.09.2001 hatte ich extreme Umsatzeinbrüche zu verzeichnen. Die Geschehnisse an diesem Tag lösten bei vielen meiner Kunden so große Ängste aus, dass Geld festgehalten wurde, welches ansonsten in Werkzeuge und Maschinen investiert worden wäre. Und aufgrund der Vertriebsstruktur, die ich geschaffen hatte, und auch aufgrund des Preisgefüges, brachen meine Umsätze um gut 85 % ein. Dass so was auf Dauer nicht gut gehen kann, kann man sich an fünf Fingern abzählen. Irgendwann sind dann die (geringen) Geldreserven aufgebraucht, die Banken drehen den Hahn zu, und das war ´s dann. Im April 2002 musste ich dann aufgeben und  Insolvenz anmelden.

Diese Ereignisse blieben natürlich nicht ohne Auswirkung auf meine Beziehung, wie man sich leicht vorstellen kann. Das war eine sehr düstere Zeit, die ich da durchlebt habe. Aber wie es ja nun mal immer ist, geht es ja immer irgendwie weiter. Auch bei mir. Ich fand zu dieser Zeit zu einer Therapeutin, einer ganz WUNDERBAREN und GROSSARTIGEN Frau, für die ich auch heute noch, so sie mir ab und an mal in den Sinn huscht, große DANKBARKEIT und tiefe VEREHRUNG empfinde. Durch diesen, von GOTT gesandten Menschen (was ich aber damals noch nicht erkennen konnte), wurde mir bewusst, dass ich mich jahrelang von meinen eigenen Gefühlen abgeschnitten hatte, und praktisch nur aus dem Verstand heraus lebte, funktionierte ist in diesem Zusammenhang vielleicht passender. Entsprechend überwältigend war es für auch, wieder den Anschluss an meine Gefühle zu erleben. Noch nie in meinem Leben habe ich so viel geheult und war so verletzbar wie in dieser Zeit, spürte aber auch gleichzeitig, wie viel Heilung dadurch geschieht. Durch diese wunderbare Frau kam ich auch zum ersten Mal mit dem Arbeiten und Wirken auf energetischer Ebene in Berührung. Und ich erkannte nach kurzer Zeit, nachdem ich selbst wieder einigermaßen zu mir zurück gefunden hatte, welch enormes Heilpotenzial für ganz viele Menschen in dieser Arbeit verborgen liegt.

Ich hatte mich in diesem Leben schon mit viel esoterischem Wissen und auch mit einigen spirituellen Techniken beschäftigt, habe mich allerdings nie für eine bestimmte Sache entscheiden können, diese mal intensiver zu betreiben (heute weiß ich ja auch, warum). Was mich bei allem, was ich in diesen Bereichen an Wissen gesammelt hatte, immer nie wirklich befriedigt hatte, war die Tatsache, dass die meisten Techniken hauptsächlich dem Erkennen irgendeines Umstandes dienen. Nur, zu wissen, warum jetzt irgendwas so und so ist, ist ja ganz gut und schön und vielleicht auch hilfreich, nur ändert sich dadurch in aller Regel noch nichts wirklich. Dazu braucht es schon anderer Möglichkeiten, bzw. da braucht es etwas, wo auch entsprechende Kräfte wirken können. Und selbst heute sehe ich immer wieder noch viele liebe Menschen, die zwar wissen, warum in ihrem Leben das und das so und so ist, denen aber die entscheidende KRAFT fehlt, die Dinge zu ändern. Es ist immer ein großer Unterschied zwischen dem Wissen und dem TUN. Wissen ist wichtig, und die Grundvoraussetzung für vieles, vor allem jedoch für das TUN. Nur ohne das TUN bleibt das Wissen eine unbelebte Kraft. Das Ganze ist vielleicht ein bisschen bildhaft vergleichbar mit einem guten Käse, der in einem tiefen Keller erst reifen muss, damit er sein ganzes, volles Aroma entfalten kann. Nur wenn man nicht die Angst überwinden kann, ihn zum RICHTIGEN Zeitpunkt an die Sonne zu holen und zu essen, oder besser noch mit anderen zu teilen, sondern immer im dunklen Keller verborgen hält, ist die Chance recht groß, dass er irgendwann überreif ist und dann schließlich verschimmelt. Dann hat niemand was davon. Man selbst am allerwenigsten.

 

Über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten habe ich bei dieser wunderbaren Therapeutin, deren Namen ich hier aus Pietätsgründen nicht nenne, 6 (?) Sitzungen gehabt, glaube ich zumindest. Danach fühlte ich mich in der Lage, die Dinge, die ich als vor mir liegend erkennen konnte, aus eigenem Vermögen und vor allem mit einer neuen Kraft selbstverantwortlich in die Hand nehmen zu können. Neben der beruflichen Umorientierung löste sich dann Anfang 2002 endlich auch die Beziehung zu meiner damaligen Lebensgefährtin Sabine auf. Was ich damals zwar in bestimmter Weise auch als schmerzhaft empfand, andererseits aber vor allem jedoch als eine große Befreiung. Das eigentümlichste Erlebnis nach der Trennung war, dass mir irgendwann in meiner neuen Wohnung bewusst wurde: „Es ist FRIEDEN. Niemand da, der an einem rummeckert, dem man sich rechtfertigen muss, niemand fordert was von einem, ich kann tun, was ich möchte, ohne dass es jemandem nicht passt, und wenn ich nichts tun möchte, ist es auch gut, usw. usw. Wie herrlich.

Ja richtig, ich war zwar allein, jedoch hatte ich nie das unangenehme Empfinden von Einsamkeit. Und noch etwas Wesentliches wurde mir bewusst: Ich hatte auf einmal Zeit für MICH!

Wie und in welcher Weise ich diese Zeit genutzt habe, könnt ihr demnächst hier lesen.

 

Fortsetzung folgt... irgendwann... demnächst...

 

 

Impressum:
Dirk Vogelmann | Friedensstrasse 101 | D-58097 Hagen
Telefon: 02331 / 488 73 93 | Email: dirkvogelmann ( at ) web.de
© 2005 Dirk Vogelmann | All rights reserved.

Haftungsausschluss / Disclaimer